TK mit Mischling Fips

 

 

Tierkommunikation mit Fips, Mischling 2 Jahre/kastriert

Fips ist direkt da, als ich ihn zu mir rufe. Er kommt mit gesenktem Kopf und leicht eingezogener Rute auf mich zu. Er bleibt in leichten Abstand zu mir stehen und schaut mich mit seinen schönen braunen Augen an. Er wedelt verhalten. Als ich ihm erkläre, dass alles ok ist und ich nur mit ihm reden möchte, kommt er ganz zu mir. Er weicht mir während des Gespräches nicht mehr von der Seite. Scheint erleichtert zu sein, dass endlich jemand nach ihm schaut.

Charakter / Essenz: Von Fips geht aktuell eine tiefe Trauer und Resignation aus. Seine Umgebung und das Eingesperrt sein machen ihm  Angst. Der Lärm, die anderen Hunde, der teils beißende Geruch sowie die Angst/Panik, die in der Luft liegt, stressen ihn sehr. Er würde dem ganzen gerne entfliehen, kann es aber nicht. Schaut man sich dann den „wahren“ Fips an, sieht man einen Rüden mit sehr viel Herzwärme. Fips ist ein sehr ruhiger/sanfter/sensibler und äußerst lieber Rüde, der einfach nur gefallen möchte. Eine ehrlicher Rüde, ohne falsche Hintergedanken. Er würde nie direkt nach vorne gehen und aggressiv reagieren oder sogar beißen. Fips verhält sich eher demütig oder tritt die Flucht nach hinten an. Nur wenn man ihn  in die Enge treiben würde und er hätte keinen Ausweg mehr, würde er auch seine Zähne einsetzen. Fips ist ein Rüde, der keinen Ärger möchte.

 

Wie geht es dir?

Aktuell ist Fips sehr traurig und hat dabei die Hoffnung und auch sich aufzugeben. Die Situation im Shelter setzt ihm  sehr zu. Er zeigt mir 3 weitere Hunde bei sich im Zwinger. Im Zwinger gibt es noch eine alte Hütte für die Hunde, teilweise schon angefressen. Es ist kalt und windig. Die Hunde haben nicht viel Schutz. Fips macht mir aktuell einen recht dünnen Eindruck. Er ist dort auch eher zurückhaltend und lässt den anderen Hunden den Vortritt. Möchte keinen Stress. Auch wenn Menschen in den Zwinger kommen, wartet er bis die Menschen sich ihm nähern.

Ich frage ihn,  ob ich mich einmal in ihn  einfühlen darf. Er willigt bereitwillig dazu ein. Bodyscan: leichte Verspannungen im Nackenbereich und im Bereich der rechten Hüfte. Wenig Muskulatur. Ansonsten macht Fips für sein jetziges Leben einen recht vitalen Eindruck.

Was magst du / was ist ok für dich?

Er mag Frauen sehr. Wenn er Vertrauen gefasst hat, ist Fips ein offener und extrem verschmuster Rüde. Er genießt die Streicheleinheiten sichtlich und ist sehr traurig, wenn diese wieder beendet werden. Man sollte sich ihm ruhig nähern und mit sanfter Stimme mit ihm reden. Er möchte auch keinen direkten Blickkontakt, der verunsichert ihn aktuell noch sehr. Fips sollte die Entscheidung gelassen werden, ob er zu einem kommt oder aktuell seine  Ruhe haben möchte. Man darf ihn nicht zwingen. Er ist auch ruhiger, wenn man ihm seine Freiheit lässt und ihn nicht einengt. Er braucht einfach seine Zeit, dann ist alles gut. Er liebt Leckerlis und trockenes Brot.

Was magst du nicht / was macht dir Angst?

Bei Männern entscheidet die Sympathie. Vor allem große und kräftige Männer mit dunkler Kleidung und Mütze machen ihm Angst. Große Autos/LKW´s , die dicht an ihm vorbei fahren und Krach machen, jagen ihm Angst ein. Alle Arten von Stöcken, laute Knallgeräusche sowie Enge und Dunkelheit verunsichern ihn. Hektische Bewegungen und laute Stimmen sollten vermieden werden. Kein direkter Augenkontakt.

Wie findest du Katzen?

Katzen findet er sehr suspekt. Hält lieber Abstand zu ihnen. Er kennt Katzen wohl von der Straße. Man hat dort zusammen gelebt aber sich gegenseitig in Ruhe gelassen. Er geht Katzen aktuell lieber aus dem Weg. Würde sie auch nicht jagen.

Kommst du gut mit anderen Hunden klar?

Fips mag seine Artgenossen sehr und genießt deren Nähe. Er  ist kein ranghoher Rüde und geht jedem Ärger aus dem Weg (selbst hier auf der Enge). Wenn Fips als Zweithund in einen Haushalt kommt, wäre es gut für ihn, wenn dort bereits eine souveräne Hündin oder Rüde wäre, an der/dem er sich dann orientieren könnte.

Kannst du mir erzählen wo du vorher gelebt hast?

Er zeigt mir eine verlassene und runtergekommene Wohngegend. Viele alte und marode Häuser. Es wächst Gras und Büsche auf den Gehwegen. Überall liegt Müll und Dreck herum. Es gibt an diesem Ort noch mehrere Hunde. Alle werden ab und an von netten Menschen gefüttert oder bekommen Wasser. Fips macht mir den Anschein, dass er von klein an auf der Straße groß geworden. Er hat wohl noch nie ein Haus von innen gesehen. Menschen waren bis dato meistens gut zu ihm. Es gab aber auch Menschen, die mit Stangen oder Stöcken nach ihm geschlagen haben, wenn er sich diesen näherte. Dabei wollte er doch immer nur nett sein. Aber sein Vertrauen in die Menschen hat er bis heute nicht abgelegt. Eines Tages kamen dann aber große Autos an diesen Ort. Es stiegen Männer aus, die sehr laut herum schrien. Sie haben versucht die Hunde mit Schlingen einzufangen. Die Männer waren dunkel gekleidet und trugen Gummistiefel. Leider wurde Fips mit der Schlinge gefangen. Er wollte nur da heraus. Aber die Schlinge zog sich immer enger. Dann wurde er in das Auto gepackt. Es wurde eng und dunkel. Seitdem ist er nun an diesem für ihn so schlimmen Ort.

Vorbereitung von Fips auf die große Reise einen Tag später

Fips kann aktuell nicht begreifen was vor sich geht. Er ist etwas verunsichert, weiß nicht ob er sich freuen soll. Die Menschen schenken ihm mehr Aufmerksamkeit und sind so freudig aufgeregt. Ich erkläre Fips  genau, was am Freitag auf ihn zukommen wird. Ich verspreche ihm, dass jetzt alles gut wird. Er soll den Menschen, die ihn nun aus dem Zwinger in das Auto bringen werden, vertrauen. Auf der langen Reise soll er einfach schlafen.  Wenn er dann aus dem Auto geholt wird, warten dort schon „Seine Menschen“. Meine Menschen? Er weiß nicht, was das für ihn bedeutet. Ich erkläre ihm, dass er von ganz lieben Menschen in Empfang genommen wird. Die haben sich in ihn verliebt. Er wird dort ein Zuhause für immer haben. Wird in einem großen Haus wohnen, wo er sich frei bewegen darf. Es wird warm und trocken sein. Er muss nie wieder frieren. Es wird ein kuscheliges Körbchen geben und genügend Futter für ihn alleine. Seine Menschen werden ihn nach Strich und Faden verwöhnen. Mit diesem Gedanken kann Fips sich gut anfreunden. Er ist schon etwas ruhiger für seine große Reise.

Dann stelle ich Fips noch sein neues Rudel vor.

Fips – Max (Hund)

Max ist total aufgeregt und springt freudig vor Fips und mir auf und ab. Hüpft um Fips herum und möchte mit ihm spielen. Fips ist noch etwas verhalten. Er kann mit der vielen Power noch nichts anfangen und verhält sich eher unterwürfig. Max verspricht mir, Fips im neuen Zuhause ruhig zu begrüßen und ihn nicht gleich so zu nerven. Er wird ihm auch alles zeigen, was man als Hund so darf und was nicht. Fips wird sich an Max gut orientieren können, gerade bei Dingen, die er noch nicht kennt.

Fips – Morle (Katze)

Morle ist direkt sehr angetan von Fips, regelrecht fasziniert. Sie strahlt richtig und legt sich vor Fips auf den Boden. Es wird sich geräkelt und gewänzelt. Fips streckt seinen Kopf zaghaft in die Richtung von Morle, um ihren Geruch aufzunehmen. Auf mich machen die beiden den Eindruck, dass sie dicke Freunde werden könnten. Morle und auch Fips sind sehr ruhige und sanfte Vertreter ihrer Rassen. Und genau das gefällt Morle sehr. Sie ist nämlich von Hunden nicht abgeneigt. Solange diese sie ruhig und mit Respekt behandeln. Dann findet sie sie sogar toll.

Möchtest du deinen Menschen schon etwas sagen?

Ich bin euch von Herzen dankbar, dass ihr mir meine Freiheit wieder schenkt. Auch wenn ich euch noch nicht kenne. Ich werde euch nicht enttäuschen, dass verspreche ich.

Ich bedanke mich bei Fips für das emotionale Gespräch und wünsche ihm in seinem neuen Zuhause nur das Beste. Anschließend verabschiede ich mich von Fips, dem es schwerfällt mich gehen zu lassen.

 

Information zu dieser Tierkommunikation: Die Gespräche wurden alle auf Bitten der zukünftigen Besitzer noch während des Aufenthaltes im Shelter geführt. Seine jetzigen Menschen wollten damals sicher gehen, dass Fips in ihr eingespieltes Rudel passen würde. Natürlich ist auch eine Tierkommunikation nie eine 100%ige Garantie dafür, dass alles gut gehen wird. Aber im Falle von Fips hatte alles prima gepasst. Seine Menschen haben mir ein paar Wochen später alle seine Charakterzüge und seine Vorliebe für Brot bestätigt und auch ihre anderen Tiere sind ganz genauso mit ihm umgegangen, wie ich es in der gegenseitigen Vorstellung empfunden habe.